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Schwere Unwetter

Schwere Unwetter in den Kreisen Kleve und Wesel - Die Seelsorger kümmern sich auch um die Feuerwehrleute

Nach belastenden Einsätzen werden Helfer nicht allein gelassen

Schwere Unwetter haben Anfang Juni 2016 in den Kreisen Wesel und Kleve gewütet, in vielen Städten und Gemeinden sind die Feuerwehren im Dauereinsatz. Den freiwilligen Helfern zur Seite stehen Seelsorger, denen sich die Feuerwehrleute anvertrauen können, wenn sie mit den Erlebnissen nicht zurecht kommen. Diakon Berthold Steeger aus Kevelaer-Wetten ist Koordinator der ökumenischen Notfallseelsorge im Kreisdekanat Kleve. „Der Einsatz beim Unwetter“, erklärt er, „ist für die Feuerwehrleute vor allen Dingen körperlich belastend. Die Löschzugführer achten darauf, dass die Kameraden rechtzeitig abgelöst werden.“ Es sei selbstverständlich, dass man sich bei solchen Einsätzen auch gegenseitig helfe. Die seelische Belastung kann, sagt Steeger, bei Wettereinsätzen unterschiedlich sein. Wenn, wie im Kreis Kleve, Keller ausgepumpt werden, ist sie nicht meist nicht besonders hoch, im Kreis Wesel, wo Katastrophenalarm ausgelöst wurde, könne das schon anders aussehen.

„Die Feuerwehrleute bekommen bei ihren Einsätzen manchmal ganz andere Dinge zu sehen“, erklärt Steeger. Tödliche Unfälle etwa können schwer auf einigen Kameraden lasten. Dann ist auch für sie der Notfallseelsorger da, der sich nicht nur um Opfer und Angehörige von Unglücken kümmert, sondern auch um die Helfer. „Das wird in Anspruch genommen“, betont Steeger, die Zeiten, in denen insbesondere die Feuerwehrmänner über ihre Erlebnisse geschwiegen hätten, seien vorbei. Schon während der Ausbildung würden angehende Feuerwehrleute im psychosozialen Unterricht auf schlimme Situationen vorbereitet. „Einige von den jungen Kameraden sehen bei einem Einsatz vielleicht zum ersten Mal einen Toten“, erklärt der Seelsorger, „dabei kann es zu unterschiedlichen Reaktionen kommen, das ist ganz normal. Das macht etwas mit den Menschen.“

Oft sind die Notfallseelsorger dann schon während des Einsatzes mit vor Ort, um Hilfe leisten zu können. Ansonsten gibt es unmittelbar nach der Rückkehr eine Einsatznachbesprechung, bei der die Erlebnisse aufgearbeitet werden können. Die Gespräche würden „mit einer großen Ernsthaftigkeit“ geführt, sagt der Diakon. „Man merkt, dass die Kameraden einander zuhören, und vieles wird dann schon im Gespräch gelöst.“ Steeger: „Selbstverständlich hat jeder die Möglichkeit, sich in einem vertraulichen Einzelgespräch an mich oder meine Kolleginnen und Kollegen zu wenden.“

Das Team der ökumenischen Notfallseelsorge im Kreis Kleve besteht aus rund 35 speziell ausgebildeten katholischen und evangelischen Seelsorgerinnen und Seelsorgern. Für die Betroffenen ist der Dienst kostenfrei und unabhängig von der Religions- oder Konfessionszugehörigkeit. 

PDM

Notfallseelsorge bei den Rescue Days in Geldern

Die ökumenische Notfallseelsorge Kleve ist mit einem eigenen Stand bei den Rescue-Days in Geldern am Sonntag, 6. Oktober 2013 vertreten. Die Rescue Days sind die weltweit größte und bedeutendste Ausbildungsveranstaltung für Rettungskräfte, insbesondere für Feuerwehrleute. Die Stadt Geldern erwartet etwa 800 Teilnehmer aus der ganzen Welt. Anmeldungen aus Süd- und Nordamerika, Südafrika, aus dem asiatischen Raum, aus vielen europäischen Ländern, aber auch aus ganz Deutschland liegen inzwischen vor. Am Besuchertag, zu dem etwa 20.000 Bürgerinnen und Bürger erwartet werden, hat die Bevölkerung Gelegenheit, bei der Ausbildung der Feuerwehrkameradinnen und -kameraden zuzusehen, sich Rettungsvorführungen anzusehen oder sich bei Hilfsorganisationen wie dem THW, der Bundeswehr, Polizei, der DLRG und weiteren Rettungs- und Hilfsorganisationen zu informieren. Diese Organisationen haben nicht nur Informationsstände aufgebaut, sondern präsentieren sich zudem mit zahlreichen Gerätschaften und großem Fuhrpark.
Der Info-Stand der ökumenischen Notfallseelsorge Kleve befindet sich auf dem Veranstaltungsgelände im Kreuzungsbereich Issumer Str. / Issumer Tor / Nordwall / Ostwall (dort, wo auf der Karte die rote Linie auf die blaue Linie stößt) und ist an den neuen violetten Fahnen mit dem Notfallseelsorge-Logo gut zu erkennen. Erfahrene Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger der evangelischen und katholischen Kirche stehen am Sonntag, 6. Oktober 2013 von 10:00 bis 18:00 Uhr zum Gespräch zur Verfügung.

Präses Rekowski würdigt Arbeit der Notfallseelsorge

Mülheim a. d. Ruhr/Düsseldorf, 12. September 2013: Der leitende Geistliche der Evangelischen Kirche im Rheinland, Präses Manfred Rekowski, hat den Dienst der Notfallseelsorge gewürdigt: „Der Abschied von einem geliebten Menschen, der mitten aus einem Leben gerissen wird, braucht Stationen und Schritte des Innehaltens. Solche Räume zu öffnen für Gesten, für Berührungen, für die Sprache der Religion und für Gebete, Klagen, für Tränen und für das Schweigen, um den Weg zu finden, das Unannehmbare anzunehmen: Das ist die Aufgabe der Notfallseelsorge“, sagte der rheinische Präses beim Konvent der Notfallseelsorgerinnen und -seelsorger in Mülheim an der Ruhr. Wert und Wirkung von Seelsorge ließen sich nur schwer abschätzen. „Aber viele Menschen erinnern sich ein Leben lang an die Stunden und Tage nach dem Verlust eines geliebten Angehörigen – sie erinnern sich daran, was oder wen sie vermisst haben und was sie in dieser Zeit besonders belastet hat. Aber sie erinnern sich oft auch, wer bei ihnen war und ihnen Hilfe und Beistand anbot und das Unerträgliche mit aushielt“, erläuterte Manfred Rekowski.
Die 48 Notfallseelsorgesysteme im Bereich der Evangelischen Kirche im Rheinland werden in der Regel ökumenisch verantwortet. Rund 750 pastorale Mitarbeitende und etwa 350 ehrenamtlich Mitarbeitende wurden 2012 zu rund 3800 Einsätzen der Notfallseelsorge gerufen; das sind täglich mehr als zehn Einsätze, bei denen Mitarbeitende der Notfallseelsorge zu Menschen gerufen werden, deren Leben durch den Tod eines geliebten Menschen tief greifend erschüttert wird. Dabei fragen die Seelsorgerinnen und Seelsorger nicht nach konfessioneller oder religiöser Zugehörigkeit, sondern nach dem Bedarf, der für Betroffene in diesen schmerzhaften Lagen entsteht.

Kreis Kleve rüstet Notfallseelsorge mit Einsatzrucksäcken aus

Kleve, 10.06.2013: Diakon Berthold Steeger vom Kreisdekanat Kleve und Pfarrer Joachim Wolff vom Evangelischen Kirchenkreis Kleve freuen sich über neue Einsatzrucksäcke für die ökumenische Notfallseelsorge. Die Kreisverwaltung Kleve hat die stabilen Rucksäcke mit reflektierendem Aufdruck beschafft und stellt sie nun den Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorgern zur Verfügung. Landrat Wolfgang Spreen unterstützt das Engagement der ökumenischen Notfallseelsorge im Kreis Kleve: „Die Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger sind eine unverzichtbare Hilfe bei Unglücken. Sie leisten Beistand und begleiten Menschen, die in Notfällen mit extremen Situationen konfrontiert werden und Trauer, Wut oder Verzweiflung aushalten müssen.“ Er bedankte sich für die gute und enge Zusammenarbeit der ökumenischen Notfallseelsorge mit Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst.
Die vom Kreis Kleve beschafften Rucksäcke können nun in den nächsten Wochen - Dank der großzügigen Spende der Rotarier - von den Koordinatoren bestückt werden. Danach werden sie den einzelnen Notfallseelsorgenden zur Verfügung gestellt.