Aktuelles

Ökumenische Notfallseelsorge zieht Bilanz

Die ökumenische Notfallseelsorge im Kreis Kleve zieht Bilanz. 72 Mal wurden Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger im vergangenen Jahr alarmiert, um „Erste Hilfe für die Seele“ zu leisten. In den meisten Einsätzen (31%) ging es darum, Angehörige zu begleiten, wenn ein Mensch plötzlich verstorben war oder nicht mehr wiederbelebt werden konnte. In der Statistik für 2012 steht an zweiter Stelle die Überbringung einer Todesnachricht (26 %) gemeinsam mit den Opferschützern der Kreispolizei Kleve. Die Anzahl der Einsätze anlässlich eines Suizides lag mit 14 % etwas über der Einsatzzahl aufgrund eines tödlichen Verkehrs- oder Arbeitsunfalls (12 %). Für alle Beteiligten wiegen die Einsätze bei Kindernotfällen oder plötzlichem Kindstod besonders schwer, die immerhin 6 % aller Einsätze ausmachten. Insgesamt zehnmal mussten weitere Notfallseelsorgende für die Betreuung von Überlebenden, Angehörigen, Hinterbliebenen, Vermissenden, Ersthelfer, Zeugen oder auch Einsatzkräften nachalarmiert werden.

 

Die durchschnittliche Einsatzdauer betrug drei Stunden, wobei jeder der eingesetzten Notfallseelsorgenden im Schnitt 35 Kilometer pro Einsatz mit dem eigenen PKW zurücklegen musste. Müssten alle Einsätze von nur einer Person bewältigt werden, betrüge die Einsatzdauer nach Arbeitstagen gerechnet fünfeinhalb Wochen. Erfreulicherweise teilen sich aber rund 40 Notfallseelsorgerinnen und –seelsorger beider Kirchen diese Aufgabe. Seit ihrer Gründung vor 14 Jahren ist die ökumenische Notfallseelsorge rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr erreichbar und wird von der Leitstelle des Kreises Kleve für Feuerschutz und Rettungsdienst oder von der Leitstelle der Kreispolizei Kleve alarmiert. Die Mitarbeitenden der Feuerwache Goch haben die Rolle der Einsatzvermittlung übernommen.

Die beiden Koordinatoren der Notfallseelsorge, Diakon Berthold Steeger (katholische Kirche) und Pfarrer Joachim Wolff (evangelische Kirche) organisieren für das Notfallseelsorgeteam regelmäßige Supervisionen und Fortbildungen. Denn auch die Seelsorgerinnen und Seelsorger brauchen manchmal Hilfe, um mit belastenden Ereignissen klar zu kommen. Im vergangenen Jahr haben die beiden Koordinatoren auch Fortbildungen für den Rettungsdienst, die Polizei und die Feuerwehr durchgeführt, um sie mit der Arbeitsweise der Notfallseelsorge vertraut zu machen. In einigen Fällen wurde nach stark belastenden Einsätzen eine Einsatznachsorge für die Rettungskräfte angeboten.

Die Ökumenische Notfallseelsorge wird von den Kirchen über Kirchensteuermittel, Spenden und Kollekten finanziert. Der Kreis Kleve beteiligt sich an der Finanzierung der Ausrüstung, da die Notfallseelsorge inzwischen wichtiger Bestandteil der psychosozialen Notfallversorgung im Kreis Kleve ist.