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Notfallseelsorge zieht Bilanz: 98 Erstalarmierungen im Jahr 2018

Die ökumenische Notfallseelsorge im Kreis Kleve zieht Bilanz: 98 Mal wurden Notfallseelsorger im vergangenen Jahr alarmiert, um „Erste Hilfe für die Seele“ zu leisten.  Damit hat sich die Zahl der Einsätze gegenüber dem Vorjahr um mehr als 20% erhöht. In Berichten über größere Unfälle oder andere tragische Ereignisse ist es selten mehr als eine Randnotiz: „Notfallseelsorger waren vor Ort“, heißt es meistens knapp. Es ist ein stiller, aber wichtiger Dienst, den rund 35 Notfallseelsorger im Kreis Kleve leisten.

Sie werden gerufen bei Unfällen, erfolglosen Reanimationen, Suiziden, sie betreuen Ersthelfer und begleiten den Opferschutz der Polizei, wenn Angehörigen eine Todesnachricht überbracht wird. Notfallseelsorger bleiben, wenn Rettungskräfte wieder aufbrechen müssen. Sie leisten „Erste Hilfe für die Seele“. Menschen, die mit Notfallseelsorgern in Kontakt kommen, befinden sich in akuten Belastungssituationen. Nahe Angehörige sind nach einem plötzlichen Todesfall häufig überfordert. Während sie versuchen, das gerade Geschehene zu verarbeiten, sind um sie herum Rettungskräfte, Notarzt und Polizeibeamte im Einsatz. Notfallseelsorger begleiten die Betroffenen, erklären in solchen Situationen die Abläufe, versuchen Struktur in ein plötzliches und unerwartetes Gefühlschaos zu bringen und begleiten auf Wunsch von Angehörigen den Abschied von Verstorbenen.
Seit drei Jahren engagieren sich zusätzlich auch Ehrenamtliche als Notfallseelsorger.

Seit ihrer Gründung im Kreisdekanat Kleve und Kirchenkreis Kleve vor 20 Jahren ist die ökumenische Notfallseelsorge an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr erreichbar und wird von der Leitstelle des Kreises Kleve für Feuerschutz und Rettungsdienst oder von der Leitstelle der Kreispolizei Kleve alarmiert. Die Mitarbeiter der Feuerwache Goch haben die Rolle der Einsatzvermittlung übernommen. Die beiden Koordinatoren der Notfallseelsorge, Diakon Berthold Steeger (katholische Kirche) und Pfarrerin Sabine Jordan-Schöler (evangelische Kirche), organisieren für das Notfallseelsorgeteam regelmäßige Fortbildungen und Supervisionen. Denn auch die Seelsorgenden brauchen manchmal Hilfe, um mit dem im Einsatz Erlebten klar zu kommen.

 

 

 

Notfallseelsorge versteht sich als "Erste Hilfe für die Seele" in akuten Notsituationen. Seit 1999 begleiten Nofallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger in enger Zusammenarbeit mit den Feuerwehren, den Rettungsdiensten, den Notärzten und der Polizei seelsorglich Menschen in akuten Notsituationen.

Etwa 35 Seelsorgerinnen und Seelsorger der katholischen und evangelischen Kirche im Kreis Kleve engagieren sich zurzeit in der Notfallseelsorge. Die Notfallseelsorge und die Feuerwehrseelsorge im Kreis Kleve steht in ökumenischer Verantwortung des Evangelischen Kirchenkreises Kleve und des Katholischen Kreisdekanates Kleve.

Notfallseelsorge ist „Erste Hilfe für die Seele“ in Notfällen und Krisensituationen…

  • erste Hilfe für die Seele von Menschen, deren Leben sich urplötzlich und ohne Vorwarnzeit von einer Sekunde auf die andere durch ein Ereignis oder den Verlust eines Angehörigen   schlagartig verändert
  • erste Hilfe für die Seele, um mit Angehörigen Trauer, Verzweiflung und Wut sowie all die Gefühle , die sich melden, gemeinsam auszuhalten und mitten in diesem Gefühlschaos Wege zu suchen, dem Leben neu Struktur zu geben und wieder festen Boden unter den Füßen zu bekommen, die annehmen und mit der neuen Wirklichkeit leben helfen
  •  erste Hilfe für die Seele in enger Zusammenarbeit mit Feuerwehr, Polizei, Notärzten und den vielfältigen zum Einsatz kommenden Rettungsdiensten
  • erste Hilfe für die Seele in der Regel bei folgenden Situationen:
    - Überbringen einer Todesnachricht (in der Regel zusammen mit der Polizei)
    - Verkehrsunfall mit Schwerverletzten und/ oder Toten
    - Plötzlicher Kindstod
    - Suizidabsicht und Suizid
    - Auffindung von Verstorbenen
    - Haus- oder Wohnungsbrand
    - Großschadenslagen (z.B. ein Ereignis wie auf der Love-Parade)
    - Einsatznachsorge bei Bedarf für Rettungsdienst, Polizei und Feuerwehr.
     
    Notfallseelsorge im Kreis Kleve wird von der evangelischen und katholischen Kirche gemeinsam in enger Kooperation mit dem Kreis Kleve verantwortet und von Seelsorgekräften aus den Kirchen- und Pfarrgemeinden geleistet – für die Betroffenen kostenfrei, bei Tag und Nacht.

 

Notärzte und Rettungsassistenten (erleben) einen dringenden Bedarf an originärer Seelsorge nach Notfallgeschehen. Versuche, Seelsorger in der Akutphase zu erreichen, sind in der Vergangenheit oft gescheitert, so dass sie auch immer seltener angefordert wurden. So blieben Angehörige nach schweren Schicksalsschlägen oft allein.

Hier setzt die Notfallseelsorge als "Erste Hilfe für die Seele" in Notfällen und Krisensituationen ein. Sie ist Grundbestandteil des Seelsorgeauftrags der Kirche. Sie sieht den Menschen in Not als ein von Gott getragenes, geliebtes und auf Hoffnung hin versöhntes und erlöstes Geschöpf.

 

Zusammensetzung der Koordinierungsgruppe
(u.a. für organisatorische Absprachen):

- Kreisbrandmeister Reiner Gilles, Geldern
- Pfarrerin Sabine Jordan-Schöler, Kranenburg (Koordinatorin ev. Kirche)
- Hubert Lemken, Kleve, Kreisdekanatsbüro Kleve
- Kreisdechant Propst Johannes Mecking, Kleve
- Diakon Berthold Steeger, Kevelaer (Koordinator kath. Kirche)
- Superintendent Hans-Joachim Wefers, Xanten

 

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